Touren durch den Süden Andalusiens.
Ein Bericht über Strecken, die wir mit dem Bus in Andalusien von Tarifa aus gefahren sind.

1: Facinas - Los Barrios
2: Malaga - Ronda - Sierra Grazalema
3: Jerez - Cadiz


Facinas - Los Barrios
Im tiefen Süden Andalusiens gibt es vieles für den interessierten Reisenden zu entdecken. Gerade auch Fahrten ins reizvolle Inland bieten im blühenden Frühjahr unvergessliche Momente. Die Wege sind relativ einfach zu finden, da es nicht so viele Straßen gibt. Militär und Privatstraßen kommen ehe dies nicht in Frage, denn es gibt sehr schnell wirklichen Stress der vermeidbar ist. Da hier eine wichtige Außengrenze der EU liegt, gibt es sehr viele Kontrollen, die aber in erster Linie Autos mit spanischen Kennzeichen betreffen.

Somit ist die Routenplanung glücklicherweise begrenzt. Auffällig und erstaunlich ist, wo es überall Kneipen, Bars oder Restaurants am Wegesrand gibt. Eine relativ kurze Route, die sich aber wegen des wirklich schlechten Straßenzustandes sehr in die Länge zieht, führt von Facinas nach Los Barrios. Hier begegnet einem nicht mehr viel. Wir begannen unsere Tour am Sonntag erstmal mit einem Frühstück bei dem frühmorgendlich an der Sonne liegenden "atuaire", einem neu eröffneten Cafe kurz vor der Düne, direkt an der Hauptstraße N 340.


Das "atuaire" ist ein riesiges Restaurant, in welchem der Besucher auch auf der hinteren Terrasse Richtung Meer nett verweilen kann. Die Tochter der Besitzerin, die in Sevilla Kunst studiert, hat dieses Restaurant mit vielen Bildern ausgeschmückt. Draußen ist es schon relativ ländlich. Zwei Kneipen nebeneinander bieten sehr viele Tische vor der Tür und so manche Angler, die die Nacht am Meer verbrachten, tranken dort auch gerade Literweise Bier (das gute Cruzcampo in der großen Literflasche).


Zwei Bars am Straßenrand kurz vor der Düne.


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Für diejenigen, die an der Düne, beim Mistral oder am Spinout im Bus wohnen, ist das hier auch die nächste Einkaufsmöglichkeit, zu der auch schon mal gelaufen oder mit dem Fahrrad gefahren werden kann. Nach unserem langen Frühstück machten wir uns dann auf den Weg nach Facinas, einem in Anführungsstrichen verschlafenen andalusischen Dorf. Hier ist es Sonntagmorgens sehr still.

Hinter jeder Tür kann hier ein kleiner Laden oder eine Bar sein, die oftmals keine Schilder über den Eingängen hat. Hinter Facinas begrüßt einen direkt ein herrlicher Ausblick in Richtung Küste und offenbart eine schöne weit gezogene Talsenke die sich fast bis nach Vejer de la Frontera hinzieht. Auf diesen nicht enden wollenden saftigen Wiesen grasen dann auch die Kühe, welche den fein schmeckenden andalusischen Schinken auf den Tisch bringen.

An der Straßenkreuzung nach Los Barrios warnt ein großes Hinweisschild vor dem schlechten Zustand der Straße. Dass die Straße für unsere Verhältnisse dann sooo schlecht ist, hätten wir nicht gedacht. Nun wissen wir, warum in Spanien so viele Geländewagen herumfahren. Für uns war diese Fahrt dann etwas heftig. Neuwagenbesitzer sollten diese Tour in den ersten Jahren besser vermeiden.


Die mit Abstand schlechteste Straße, auf der unser Bus jemals fuhr.


Zuerst führt die Straße durch ein großflächiges Sumpfgebiet hindurch. Botaniker erleben hier bestimmt eine große Freude, denn selbst für uns Laien ist die Vegetation am Wegesrand sehr interessant. Nach einigen riesigen Arsenalen mit verfallenen Häusern und Ruinen geht es dann die Berge hinauf. Die hubbelige Straße säumen rechts und links herrliche Korkeichenwälder bis zum Stausee "Embalse de Almodovar" der sich in 103 Metern Höhe befindet und derzeit gut gefüllt ist, von den starken Regengüssen der letzten Tage.


Stausee "Embalse de Almodovar" in 103 Metern Höhe.

Die Straße führt nun um den halben Stausee herum weiter nach oben. Wobei jetzt ihre Qualität rapide abnimmt und uns mulmige Gefühle beschert. In den letzten Jahren sind wir ja so einiges an Nebenstrecken gefahren, aber selbst in den Alpen bei der Schneeschmelze war das nicht so schlimm.

Hunderte mit Wasser gefüllte Schlaglöcher schufen für uns eine erstklassige Slalomstrecke. Alles in unserem Bus hüpfte umher oder krachte lautstark hinunter und über uns kreisten mit majestätischer Ruhe riesige Greifvögel, auf ihrer immer wiederkehrenden Suche nach Beute.


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Nach ein paar Kilometern fuhren wir an einer verlassen aussehenden Bar vorbei, die aber geöffnet hatte. In diesem grob zusammen gezimmerten Anwesen sorgte mal ein Swimmingpool für Badevergnügen. Kurz darauf passierte eine Karawane verschmutzter Quads heulend unseren Weg. Hier ist für diese neuen Vehikel hundertprozentiger Fun gegeben. Auch Mountenbiker sind hin und wieder anzutreffen.

Auf der Strecke nach Los Barrios wird es jetzt spürbar felsiger, riesige Felsbrocken säumen unseren Weg und lösen die endlosen verträumten Korkeichenwälder langsam ab. Wir sind allerdings mittlerweile etwas bedient und freuen uns sehnsüchtig auf eine normale Straße, die in weiter Ferne dann endlich zu sehen ist. Sechs Kilometer vor Los Barrios kommen wir auf die alte Landstrasse, die die neue Autobahn von Algeciras nach Jerez de la Frontera rechts und links abwechselnd begleitet. Froh, diese Strecke unbeschadet überstanden zu haben, betraten wir erst mal die Bar "La Semaforo", zu deutsch "die Ampel". Bei Cafe, Bier und Tapas verweilten wir eine Zeitlang.

Los Barrios empfängt den Besucher gepflegt und freundlich. Fast an einen deutschen Kurort erinnernd. Mit bunten Blumen gefüllte Blumenkübel hängen schaukelnd an den gusseisernen Straßenlaternen und sorgen für eine angenehme Urlaubsstimmung. Mit schicken Mauern umschlossene Blumenbeete erfreuen den Besucher dieser kleinen Stadt. Los Barrios scheint eine Wohlhabende Gemeinde zu sein, denn die Haupteinkaufsstrasse ist mit edlen Granitplatten verlegt und so mach Geschäft ist ebenfalls mit großflächigen Granitsockeln ausgeschmückt. Hier werden wohl die Einkaufstrassen der Großstädte imitiert.

An der Hauptkirche, die mit ihren vielen Storchennestern am Turm auffällt, zeugt ein aufwendiger Granitplattenbelegter Platz mit hochgesteckten Palmen von größerem Wohlstand. Auch hier stehen überall Pflanzengeschmückte gusseiserne Gewächsschalen herum. Diese kleine Stadt lädt durchaus freundlich zum umherschlendern ein. Wir aber wollten noch ein bisschen Kiten gehen und machten uns dann wieder auf in Richtung Tarifa.


edle Granitplatten und hochgesteckte Palmen zeugen von Wohlstand

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Blick durch einen Brunnen über den Plaza
zur Hauptkirche in Los Barrios.


Für die beschriebene Tour von Facinas nach Los Barrios sollten gut ein halber bis ein Tag eingeplant werden. Je nach Tageszeit geht Mensch länger essen oder vertritt sich unterwegs auch gerne mal die Beine. Grade am Stausee "Embalse de Almodovar" gibt es vieles zu entdecken und zu sehen. Dort kann in einer kleinen Parkbucht das Auto stehen gelassen werden.

Andreas, ein Angler den wir hier in Tarifa kennen lernten erzählte uns, dass hier an den andalusischen Stauseen sehr gute Angelgebiete sind. ...Hi Andreas, Grüße von hier aus an den Bodensee.

1: Facinas - Los Barrios
2: Malaga - Ronda - Sierra Grazalema
3: Jerez - Cadiz


Malaga - Ronda - Sierra Crazalema
Viele die in und um Tarifa leben, kennen die Fahrt nach Malaga zum Flughafen, um Freunde, Besuch oder Verwandtschaft abzuholen. Mit der Zeit ist es für die FahrerIn aber auch schnell eine Zumutung. Andererseits kann nicht jedem Besuch zugemutet werden, den öffentlichen Bus nach Tarifa zu nehmen, bzw. einen Leihwagen zu mieten. Wir verbinden die zum Glück nicht so oft vorkommende Fahrerei nach Malaga manchmal mit einem Ausflug.

Es bietet sich eine Fahrt von Malaga nach Ronda an. Es führen mehrere Straßen aus Richtung Malaga nach Ronda. Auf Anraten eines Wirtes entschieden wir uns für die 339, die kurz vor Estepona von San Pedo ins Landesinnere abgeht. Die Straße ist zum Vergleich mit den anderen komplett neu asphaltiert und hat noch nicht mal aufgemalte Mittelstreifen. Langsam schraubt sich die 339 mit vielen Kurven nach oben. Zusehens verändert sich die Vegetation und die Felsen nehmen zwischenzeitlich einen weißen Farbton an. Der Kenner merkt sofort, dass es sich um Marmor handelt. Hin und wieder führt eine Abzweigung zu den Steinbrüchen. Für die 50 Kilometer brauchten wir dann fast zwei Stunden und hatten mit unserem Bus das Gefühl, das er zur zeit auf zwei Töpfen fährt. Aber es ging ja auch steil nach oben.

Mich erinnerte diese Tour ein bißchen an die Außenaufnahmen des Anfangs von "Shinnig" und Unterschied sich dann am Ende mit dem Blick auf die weiße altehrwürdige Stadt Ronda, welche sich von dieser Seite leicht über einen Hügel zieht. Wir fahren Richtung Ronda Este und haben kurz vor Ronda noch mal die Möglichkeit, in mehrere Richtungen an den typischen Kreiseln abzufahren. Mit der Einfahrtstraße befindet sich der Besucher auch sogleich auf der wichtigsten Straße Rondas der "Carretera Espinel".

Bei der Guardia Civil kurz vor der Fußgängerzone ist ein gute Möglichkeit zu parken. Denn mit einem kleinen Spaziergang durch die Fußgängerzone erreicht man locker die weltbekannte und älteste Stierkampfarena Spaniens, die der amerikanische Autor Hemingway schon vor langer Zeit beschrieb. Hier in Ronda wurde der moderne Stierkampf, der bis heute fortgeführt wird, mit seinen Regeln geprägt. Viele Abhandlungen der Literatur beschäftigen sich mit dieser alten Tradition.

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Nach langer Fahrt erreichen wir die alte Stadt Ronda

Wir wollten uns die 5€ für einen Besuch in der alten Arena sparen - bzw. sie für den nächsten Besuch aufbewahren, da wir das Stativ für die Panoramabilder nicht bei hatten und das Wetter alles andere als fotografietauglich war. Direkt vor der Arena befindet sich die Touristen Information. Schnell bemerkt Mensch hier die touristische Wichtigkeit Rondas. Alle Drucke sind ein wenig edler als gewohnt und es gibt alles mögliche an Postern, Karten und Büchern in vielen Sprachen zu kaufen. Klar, Ronda ist eine viel besuchte Stadt. Ein Sprachgewirr zeugt draußen von vielen europäischen, japanischen und amerikanischen Besuchern. Rechts und links umsäumt eine großzügig wundervoll gepflegte Parkanlage die alte Stierkampf Arena. -

Und was wäre Ronda wohl ohne die mächtige Brücke "Puerta Nueva", welche die Stadt über die tiefe, senkrecht abfallende Schlucht verbindet. Beeindruckt wie viele andere sehen wir von allen möglichen Stellen in dieses schattige Tal hinunter. Manch einer und einem wird es in solcher Höhe sehr schnell sehr mulmig. Witzig ist, dass es hier nicht möglich ist, die ganze Brücke als Bild auf eine Digitalkamera mit 35 mm Objektiv zu bekommen. Selbst mit dem Hochkantformat lässt sich die Höhe der Brücke nicht auf die Speicherkarte schreiben. Leider war an diesem Tag der Himmel sehr bedeckt. Die etwas blas ausgefallenen Bilder geben leider nicht so viel von der wirklich Atem



Die Brücke "Puerta Nueva" beeindruckt mit Schwindel erregender Höhe

beraubenden Szenerie wieder. Aber wir waren nicht zum letzten Mal in dieser wirklich außergewöhnlichen Stadt. Gegen Spätnachmittag machten wir uns dann auf in Richtung Sierra Gazelema, einem großflächigen Naturschutzgebiet im südlichen Andalusien, welches von den Niederschlägen in Spanien die regenreichste Gegend ist. Saftig blühende Wiesen, Korkeichenwälder und Mischwald wechseln sich hier regelmäßig ab. Fast allein fahren wir über romantische kleine Straßen. Von Zeit zu Zeit halten wir rechts an, um das ein oder andere Foto zu machen. Manchmal erblicken wir die riesigen Stauseen, die Andalusien mit frischem Wasser in den heißen Sommermonaten versorgen.


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"Embalse de Zahara-El Gastor" riesige einsam gelegene Stauseen.

Kleine, typisch weiße Dörfer, rechts und links an den Abzweigungen der Strassen, deuten auf noch nicht vom Tourismus annektierte Dörfer hin. Hier scheint für den Besucher die Welt in Ordnung zu sein. Wir gondeln entspannt und fern vom Alltagstrubel durch die prächtige Frühlingsnatur, immer weiter die Sierra Grazalema hinauf und erreichen auf 870 Metern Höhe das kleine, in der Provinz Cadiz höchst gelegen Örtchen, Villaluenga del Rossario, das einem beim Vorbeifahren sofort ins Auge fällt.

In dem von Bergen und saftigen Wiesen umschlossenen Tal machen wir uns dann ein paar Meter auf, ins kleine weiße Dorf arabischen Ursprungs, das sich rechts den Berg hochzieht. Kleine einfachere Häuser unterstreichen den Bergdörflichen Charakter. Eine mit Naturstein gemauerte Stierkampf Arena zeugt auch hier von intakten Traditionen. Uns besticht das Örtchen mit viel Charme und lädt gleich zum länger bleiben ein. Kurz und gut, wir suchten nach den in Spanien üblichen "se alquillar" Schildern oder Zetteln. Sofort konnten wir uns vorstellen, die beiden heißen Sommermonate in diesem stillen Örtchen zu verbringen. Schnell finden wir einen verblichenen Zettel an der Haustür und fragen nach. Andalusische Ausgeglichenheit und Ruhe begrüßt uns. Wir sehen uns die spanische Ferienwohnung mit den drei Schlafzimmern an.



Bergdorf Idylle in "Villaluenga del Rossario"

Vielleicht werden wir hier den Juli und August in der Sierra Gazallema verbringen. Den jährlich wiederkehrenden Sommerkollaps Tarifas wollen wir uns nämlich ehrlicherweise ersparen. Sehr beeindruckt verlassen wir das schöne Dorf Richtung Ubrique.


saftige Wiesen und verlassene Straßen im Mai


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QTVR Panorama anschauen benötigt das QuickTime Plugin. Für mehr Informationen, sehen Sie nach unter www.apple.com/quicktime


Wundervolle Aussichten, an den Herren der Ringe Film erinnernd, kleine Dörfer, verstreute Häuser und leer stehende Bauten begleiten uns auf dem Weg durch das Naturschutzgebiet der Sierra Grazalema nach Ubrique. Die 17.000 Einwohner zählende Stadt empfängt uns freundlich und grün. Die Entstehungszeit von Ubrique reicht bis in die Römerzeit zurück. Die Reste der damaligen Stadt Ocurris sind heute noch außerhalb des Stadtkerns zu finden. Die Lederwaren Industrie sorgt hier seit dem 17. Jahrhundert als Haupteinnamequelle für Wohlstand in der Stadt. Wir fahren ein paar mal um die Altstadt und stellen unser Auto dann in einer Nebenstraßen ab. Zu Fuß machen wir uns auf den Weg Richtung Altstadt die sich den Berg hoch zieht.

Hier finden wir hinter der Kirche eine kleine ansprechende Bar "Cuadro Esquinas" in der viele gemalte Bilder eines heimischen Künstler hängen und die Gassen Ubriques in knalligen Farben darstellen. Schnell sind wir mit dem Wirt und anderen Gästen im Gespräch und bemerken die liebenswerte Freundlichkeit der Andalusier, die einen stets nett empfangen. Ein paar Foto Sessions in der Kneipe belustigten uns und alle anderen auch. Hier fühlten wir uns wohl und bemerken, dass so manche Städte charmanter sind als andere. Sicherlich sollte man so etwas nicht pauschalisieren, aber dennoch gibt es auch hier lokale Unterschiede. Empfehlenswert sind aber auf jeden Fall die Tostadas in der Bar.

Nach längerer Zeit verließen wir die Bar und machten uns auf, in Richtung Nachhause. 100 km zeigt das Straßenschild nach Algeciras. Müde machen wir uns auf den Weg zurück. Der Leser kann sich bestimmt bildlich vorstellen, wie langsam wir in den kurvenreichen Strecken voran getuckert sind und wie unsicher wir nach jeder Kreuzung waren, ob wir denn überhaupt noch richtig sind.



"Ubrique", die sympathische Stadt im Landesinneren

Tatsächlich haben wir uns ständig verfahren und bemerkten so langsam die Sinnlosigkeit, noch in dieser Nacht nach Hause zu kommen. Ständig wechselten auf großen Schildern die Provinzen Malaga und Cadiz. Hin und wieder Überquerten wir die Bahnlinie nach Algeciras und hatten das freudige Gefühl, wieder mal einen Bahnhof zu sehen. Auf der Kurvenreichen Strecke 341 fuhren wir dann zum Übernachten nach San Pablo de Buceite rein. Hier geht es rechts den Ort hinauf. Nächtliche Ruhe empfing uns. Wir machten es uns im Bus gemütlich und verbrachten eine stille Nacht.


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"San Pablo de Buceite" kleiner sympathischer Ort

Am nächsten morgen ging es gleich in eine typische Bar zum morgendlichen "Café con Leche". Mit nur 65 Cent für eine Tasse ist es fast nirgends billiger als hier. Nun machten wir uns auf und fuhren die Restlichen 70 km, über Jimena de la Frontera nach Hause.


Jimena, eines der vielen weißen Dörfer

Als Anhang wollen wir nicht vergessen, dass es auf den letzten Kilometern vor Algeciras eine imponierende Anzahl von Storchennestern gibt, welche wirklich auf allem gebaut sind, was hoch ist. Leider haben wir hier keine Bilder gemacht. Für Vogelfreunde und werdende Familien unbedingt zu empfehlen.

Wer mal ein paar Tage den Trubel an der Küste vergessen möchte, ist in dieser Ecke, der Sierra Grazalema genau richtig. Hier meinen wir das natürliche Andalusien zu spüren.

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3: Jerez - Cadiz


Jerez - Cadiz
Jerez de la Frontera, die bekannte Stadt und Wiege des Sherrys, lockt schon seit längerem die Haempelfilmer. Mit der Feria im Mai war es dann soweit. Wir machten uns die Nationalstraße 340 auf, in Richtung Cadiz. Starker Levante begleitete uns auf der gemütlichen Fahrt nach Jerez. Hinter Verjer de la Frontera beginnt schnell die zunehmende Be- und Zersiedelung rechts und links der Straße. Überall werden neue Straßen oder Urbanisationen gebaut. Spanien geht es gut und der wirtschaftliche Aufschwung ist voll im Gange.

Kurz vor Cadiz fahren wir in Richtung Sevilla die Mautlose Straße an großflächigen Salinen vorbei nach Jerez. In Jerez ist sehr schnell die Wichtigkeit und der Reichtum dieser alten Stadt, welche es schon zur Römerzeit gegeben hat, zu spüren.


viele Wasserspiele lassen Jerez großstädtisch erscheinen.


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Nicht zuletzt die Sherry (Jerez) Produktion, mit dem weltweiten Export, besonders nach England und in die USA bescherte der Stadt einen bis heute andauernden Aufschwung. Großzügige, bunt bepflanzte Plätze und Anlagen mit vielen Wasserspielen laden den Besucher zum verweilen ein.

Schnell erahnt man die besondere Bedeutung des Pferdes in dieser Stadt, welche sich mit der Real Escuela de Arte Ecuestre (Königlich-Andalusische Schule für Reitkunst) schmückt. Hier können die einzigartigen "Kartäuserpferde" spanisch-arabischer Rasse bewundert werden. Viele Gespanne stehen an diesem Wochenende in der Innenstadt. Leider wissen wir nicht, ob das ganze Jahr die Pferdegespanne in den Straßen Jerez unterwegs sind oder ob es nur für die derzeitige Feria del Caballo, in der ersten Maihälfte ist.

Diese Fiesta zählt zu den ältesten Volksfesten in Spanien. Hauptdarsteller ist, wie könnte es anders in Jerez de la Frontera sein, das Pferd, welches zusammen mit den hiesigen Sherry Weinen dem Ort internationalen Ruhm eingebracht hat. Mal abgesehen von der Formel 1 Strecke, auf der der große Preis von Spanien ausgetragen wird...


Manchmal auch "Schnöselig" anmutend !


Wir widmen uns aber der Feria, wegen der wir uns auf den Weg nach Jerez gemacht haben. Schnell merken wir, wohin sich das Volk bewegt. Prächtig gekleidete Frauen in Flamenco Kostümen machen sich auf den Weg zur Feria del Caballo, die auf einem großzügigen Areal etwas außerhalb der Innenstadt stattfindet. Über 200 geschmückte, überdachte Casitas bewirten und verköstigen die feiernden Besucher. Überall erschallt Flamenco Musik, hier und da wird ausufernd Getanzt. Auch vor den Casitas finden immer wieder spontane Tänze zwischen Menschentrauben statt.


Traditionen sind auf dieser Fiesta großgeschrieben.


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Zwischen den Casitas, welche in einem großen Kreuz angeordnet sind, befindet sich ein breiter Korridor für die Kutschen, Pferde und Reiter. Hier sitzen auf gut gepflegtem und geschmücktem Zaumzeug die stolzen Reiter. So manch pubertierender Spross wird hier bestimmt zum ersten Mal rituell und öffentlich seinen Sherry mit den großen trinken dürfen.

Für unseren Norddeutschen Kulturkreis wirkt dieser Habitus sehr schnell ein wenig schnöselig. Trotz alledem ist diese wirklich riesige Fiesta eines der beeindruckenden Feste in Andalusien. So schlendern wir wie alle von einer Casita in die nächste, trinken hier ein bisschen Sherry, essen da eine Kleinigkeit und sehen den anderen Besuchern beim Tanzen zu. Ausgelassene Stimmung durch alle Altersklassen prägen dieses Fest. Alte Frauen tanzen würdevoll Flamenco.


Las Vegas Stimmung in Jerez, unglaubliche Illuminationen erfreuen den Besucher. Wir sind sprachlos.

Bis auf die Fiesta wirkt jetzt ganz Jerez wie ausgestorben. Auffällig ist tatsächlich, das fast alles in der Stadt an Kneipen und Geschäften geschlossen hat. Mit wirklicher Mühe fanden wir dann noch eine Bar die offen hatte und uns zwei Toast machten, welche wir auch wirklich teuer bezahlen mussten!! Bis auf die Fiesta wirkt jetzt ganz Jerez wie ausgestorben. Auffällig ist tatsächlich, das fast alles in der Stadt an Kneipen und Geschäften geschlossen hat.


Mit wirklicher Mühe fanden wir dann noch eine Bar die offen hatte und uns zwei Toast machten, welche wir auch wirklich teuer bezahlen mussten!!

Bar und Essensmäßig hinterließ Jerez bei uns leider keinen guten Eindruck, so dass wir diese Stadt leider nicht zu unseren Favoriten Zählen können. Gegen Abend machten wir uns noch mal auf zur Feria. Tausende farbige Glühlampen illuminierten dieses wirklich grandiose Fest. Wer hätte gedacht, dass es in dieser Andalusischen Stadt Las Vegas mäßig hergeht. Unzählige Feria Besucher schlenderten über das seit fünf Tagen nicht endende Fest. Überall empfingen uns Getränke, Essen und Tanz. Erstaunlich war auch hier wie bei allen Festen die wir in Andalusien mitbekommen haben, die aggressionslose Heiterkeit. Wir zogen ein wenig durch die Diskotheken Caseras wo manchmal auf den Tischen getanzt wurde. Spät Abends fielen wir dann müde in unseren Bus und hörten immer mal wieder zwischen durch die Fiesta bis morgens um 8 Uhr.


Ausgelassene Stimmung

Am nächsten morgen schlenderten auch schon wieder neue Besucher zur Feria. Auch wir waren wieder mal am Bar suchen, was zur Fiesta Zeit in Jerez gar nicht so leicht ist. Dafür hatte die Touristen Information geöffnet welche uns den Feria Kalender für 2004 in Andalusien gab. An sage und schreibe 265 Tagen im Jahr wird hier im südlichen Spanien gefeiert.


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Auch wir werden hier nicht zum letzten Mal auf der Feria sein und verabschieden uns aus Jerez, Richtung Cádiz

Cadiz, das Silbertässchen
Die altehrwürdige Stadt Cádiz, die auch die älteste noch bestehende Stadt Europas ist, empfängt einen erstmal zwischen tiefen Häuserschluchten, die sich als Landzunge zur Altstadt hinziehen.

Kurz und knapp, die Fahrt in Richtung Altstadt ist immer imponierend. Diesmal begrüßte uns auf der rechten Seite im Hafen ein riesiges Kreuzfahrtschiff. Wir parkten unseren Bus auf dem riesigen Bezahlparkplatz direkt am Meer. Hier fährt Mensch sozusagen immer schnell vorbei. Dort ist das Parken für die Dauer eines Besuches auch relativ günstig.


Cádiz, auch liebevoll Silbertässchen genannt

Durch eine großzügige Parkanlage machten wir uns dann auf den Weg, in die von teilweise sehr engen Strassen und Gassen durchzogene Altstadt. Es beginnt gerade die typische Siesta und alle strömen in die umliegenden Bars und Restaurants.






Sehr zu empfehlen ist der Besuch der Camera Obscura, die sich in dem Turm "Torre Tavira" befindet. Hier wird das augenblickliche Geschehen in den Strassen in eine Halbkugel projiziert. Die Vorführungen sind wirklich unterhaltsam und sehr witzig. An dieser Stelle: Das Auspacken der Fotoapparates ist ein Schritt in den Fettnapf und zieht eine resolute Zurechtweisung nach sich

Sehr schön ist das Flanieren an der Mole am Meer. An manchen Stellen geht es zu einem der schönen Stadt-Strände, z.B. zu dem in einer geschützten Bucht, die zur Insel La Caleta führt. Ruhig und friedlich schaukeln kleine Boote. Hier und da ist eine Bar mit Blick auf die um diese Jahreszeit noch nicht überfüllten feinen Sandstrände und die sonnenhungrigen Badeschönheiten. Zweifellos gehört Cádiz zu den angenehmen und schöneren Städte in Andalusien.


Kleine aber feine Badestrände an der Innenstadt.


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Das etwas schroffere Atlantik Klima wirkt hier gänzlich anders als das mediterrane leichte Klima am Mittemeer. Bis zu 3 Meter Tidenhub sprechen in Cádiz auch für sich. Wir sind von dieser Stadt wirklich beeindruckt und berichten an anderer Stelle noch mal ausführlicher.

Auf dem Rückweg geht es noch mal einen langen Deich entlang, welcher Cadiz mit dem Festland verbindet, Richtung Süden. Mit einer Stunde Fahrt erreichen wir wieder Tarifa und stellen fest, dass immer noch starker Levante ist. Ganz schön ungemütlich im Frühjahr 2004.


Über eine Wendeltreppe erreicht man in der Vorstadt den Strand



Mitten in der Stadt !

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