ALGECIRAS


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Romería

* ESPAÑA


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Sommer 2004 in Algeciras. Romeria Virgen de la Palma

Die Romaria "Virgen de la Palma" findet jedes Jahr - wie jedes Jahr seit 30 Jahren - am 15. August am Stadtstrand Rinconcillio in Algeciras statt und ist die einzige in dieser Form in ganz Spanien.

Ein bisschen diesig und verhangen begann frühmorgens der 15. August, der dieses Mal für uns ganz im Zeichen der Romeria "Virgen de la Palma" steht. Da wohnen wir nun fast zwei Monate in Europas viert größter Hafenstadt, die leider nicht den besten Ruf in Spanien geniesst und sind sehr neugierig.

Tatsächlich ist Algeciras etwas gewöhnungsbedürftig, was sicherlich erstmal auf die Bauweise der Stadt zurückzuführen ist. Hochhauser charakterisieren prägnant von weither sichtbar diese Stadt, die nur wenig, bzw. gar nichts mit romantischen Hafenstädten und schaukelnden Fischkuttern zu tun hat. Vielmehr liegt diese Stadt in der komplett zugebauten Bucht, die sich von Algeciras weit auslaufend bis nach Gibraltar zieht und am Leuchtfeuer "Punta de Europa" endet.

Aber je länger wir in Algeciras wohnen, desto mehr gefällt uns diese ganz und gar aus dem Rahmen fallende Stadt, die einen zweiten oder dritten Blick des Besuchers erwartet, um so manch versteckte Schönheit, vielleicht nicht gerade all zu plakativ, zu präsentieren. So lebt Algeciras von vielen Kontrasten. Versteckte kleine Viertel, nach oben strebende Hochhäuser und gigantische Hafenanlagen wechseln ständig einander ab

Hügelig liegt nun diese Stadt unweit, oder schon als Teil der Straße von Gibraltar, zwischen den beiden Stadtstränden Cetares und Rinconcillio und wirkt gar nicht so finster wie auf den ersten Blick erwartet. Man muß sich auf diese Stadt und deren Bewohner einfach einlassen, oder auch die Tage um die Markthalle herum erleben.Die erscheint hier fast noch lebendiger als im restlichen Spanien.


Schnell kommen Vergleiche zu den Arabischen Souks auf, die auch gar nicht von soweit hergeholt sind. Zweifellos hat hier vieles in Algeciras schon einen marrokkanischen Touch.



Die "Virgen de la Palma" kommt frisch aus dem Wasser


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Hier also findet die einzigartige Meeres-Romeria in Spanien statt und feiert dieses Jahr ihren 30sten Geburtstag.


Romeria Maritima de la Virgen, ihr 30ster Geburtstag


Das Warten auf die Ankunft der Taucher mit der Jungfrau

Seit 1974 erblickt die kleine steinerne Madonna, die ein Abbild der Madonna aus der Hauptkirche ist, für nur 10 Stunden im Jahr das Licht der Welt. Sie wird um 13 Uhr unter den Augen von Tausenden aus den Tiefen der Bucht von Algeciras aus dem Wasser getragen. Zuvor bergen Taucher vom Tauchclub "El Mero" die "Virgen de la Palma" aus einer geschützten Höhle, um Sie kurz vor dem Ufer an die Cofradia zu übergeben.

Die "Zackenbarsch" Taucher tauchen regelmässig zu der Virgen und schauen nach ihrem Befinden, denn vor einigen Jahren ist sie aus mysteriösen Umständen verschwunden, so dass keine Romaria gefeiert werden konnte, in jenem Jahr - so berichten die Zeitungen.

Wer nun denkt, dass er eine vermuschelte, Seetank versiefte Madonna zu Gesicht bekommt, wird enttäuscht. Kaum noch naß, wird die erstaunlich saubere Madonnenskulptur (sie wird wohl unterwasser in einem geschützten Behältnis aufbewahrt) an die Cofradia übergeben.


Im Februar 1973 wurde die Idee einer Meeresprozession in Algeciras im Hause "El Mero" geboren, und nach einigen Monaten erschuf einer der Taucher ein einfaches Abbild der Virgen, damals aus Ton. Nach ein-einhalb Jahren Vorbereitung war es dann am 15. August 1974 zum ersten Mal so weit, dass es unter noch bescheidenem Besucher Andrang zum ersten Mal am Strand Rinconcillio zu dieser Romeria kam.

Heute, 30 Jahre später, ist diese Romeria zu Ehren der Schutzheiligen von Algeciras eines der wichtigsten Ereignisse der Stadt und wird seither von allen Bürgermeistern unterstützt, die traditioell immer auch der örtlichen Presse und dem Fernsehen ein Interview
vor Ort geben.


Jung und alt erweisen der Jungfrau die Ehre

Noch nicht getrocknet, wird sie unter einem Zelt in Pose gestellt und zwischen vielen Blumen mit frisch angelegtem Schmuck um den Hals für die Anwesenden zur Show gestellt. Wie so oft treten bei diesem Ereigniss erstmal die Fotografen in erscheinung. Schnell bildet sich eine lange Schlange, um der Gläubigen um ihrer Schutzheiligen die Ehre zu erweisen.

Natürlich sind diese Momente stellenweise sehr bewegend und lassen auch uns mit der Kamera ein paar Reihen nach hinten verschwinden. Viele alte Frauen berühren und umstreichen die kleine Madonna und verlassen sie teilweise voller Rührung mit Tränen in den Augen.


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Auch an uns geht dieser Kult nicht ganz so spurlos vorüber, so dass auch wir der Madonna unsere Aufwartung machen und uns in die Reihe der Gläubigen einreihen. Wir beobachten diese Szenerie noch ein wenig aus der Distanz. Viele Frauen machen es sich auf ihren mitgebrachten Campingstühlen gemütlich und richten sich auf einen längeren Tag im Freien ein.


Die letzten Bilder am Abend bevor die Madonna wieder
für ein weiteres Jahr im Wasser verschwindet

Auch wir machten uns mit Freunden erstmal in eine der umliegenden Strandbars auf, die wir allesamt nur weiterempfelen können. Beste Tapas und kaltes Bier hielt unsere Laune in Hochform und stärkten uns für den weiteren Tag.


Hier am überlaufenen Stadtstrand Ringconcillio bemerkten wir tätsächlich wegen der fehlenden Touristen noch eine natürliche, angenehm anmutende Atmosphäre. Nach einem schönen Tinto de Verano verliessen wir erstmal dieses Ereigniss um ein paar Stunden später wieder dem vor der Madonna stattfindenten Gottesdienst bezuwohnen, der sich bis zum Sonnenuntergang hinzog. Nach der Messe zogen noch immer Menschenmengen an der kleinen magischen Skulptur vorbei.

Kurz vor 23 Uhr sammeln sich dann die Costaleros um die Virgen um sie abzuschmücken und sie dann von der Menge gefolgt wieder in die Bucht von Algeciras zu tragen. Unspektakulär verschwiendet Sie in den dunklen Fluten. Mit einem grandiosen Feuerwerk endet dieser bewegende Tag.


Zum Schluß erleuchtet noch ein Feuerwerk die Bucht von Algeciras.


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